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28.07.2010, 07:51 Uhr |
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Der aktuelle Planungsstand zum Polder Mechtersheim .. und die tatsächlichen Regelungen bzgl. des Baustellenverkehrs
Ralf Neumann von der SGD Süd und Bürgermeister Manfred Scharfenberger haben am Montag den Planungsstand zum Bau des Polders Mechtersheim vorgestellt. Ein zentrales Thema war der Verkehr zur Baustelle. Wie schon lange geplant, erfolgt die Masse des An- und Abtransports von Erdreich über eine Schiffsanlegestelle am Altrhein. Der sonst notwendige Baustellenverkehr wird nicht durch die Ortslagen sondern über die K5/K25 geleitet. Die Straße von Schwegenheim in Richtung Mechtersheim soll dazu verbreitert, die schadhafte Rampe vor der Brücke repariert werden.
Mathias Müller
Lesen Sie mehr in der folgenden ausführlichen Berichterstattung der Rheinpfalz ..
Kreisstraße wird für Lastwagen verbreitert
Es wird konkret in Römerberg: Ralf Neumann, Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, und Bürgermeister Manfred Scharfenberger haben am Montagabend am Rheinhauptdeich eine Tafel vorgestellt, die zeigt, wie der Polder Mechtersheim aussehen soll. Danach hat der Arbeitskreis Polderbau im Rathaus den aktuellen Stand der Planungen erfahren.
Eine Zusammenfassung
VON KATHRIN SCHNURRER
Polder Mechtersheim
Ein Polder ist eine von Deichen umgebene Fläche, die bei Extremhochwasser geflutet wird. Der Polder Mechtersheim kann auf einer Fläche von 145 Hektar bis zu 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Kosten: rund 20 Millionen Euro. Der Deich wird eine Höhe von 4,50 Meter bis 2,50 Meter haben, je näher der Deich am Rhein liegt, desto höher ist er. „Statistisch wird der Polder etwa viermal in 100 Jahren geflutet", heißt es seitens der SGD. Der Polder in Mechtersheim ist in Verbindung mit den anderen Hochwasserrückhaltungen am Oberrhein laut SGD notwendig, um zwischen Basel und Iffezheim den selben Hochwasserschutz zu gewährleisten, wie es ihn vorm Ausbau des Oberrheins zwischen 1955 und 1977 gab.
Bauverlauf
„Der erste Spatenstich wird voraussichtlich im Dezember dieses Jahres stattfinden", sagte SGD-Vizepräsident Neumann am Montagabend. Im Herbst sollen die Wege zur Baustelle lastwagentauglich gemacht werden, außerdem wird gerodet. Mit dem Bau des Ein- und Auslassbauwerks soll im November/Dezember begonnen werden, sagt Wolfgang Koch, Leiter der Neubaugruppe Hochwasserschutz der SGD. Mit dem Bau von Riegeldeichen (Heiligenstein und Mechtersheim, zusammen: 4,5 Kilometer) und dem Ausbau vorhandener Deiche sowie dem Bau des Entleerungsbauwerks soll im Frühjahr 2011 begonnen werden. Außerdem werden zum Schutz vor Druckwasser in den Rauhweiden und an den Tongruben Pumpwerke errichtet, im Gewerbegebiet bei der Firma Glaser wird eine Vorrichtung geschaffen, damit zwei mobile Pumpen aufgestellt werden können, zudem werden an der Kläranlage Maßnahmen zum Schutz vor Druckwasser getroffen, sagte Normen Karg von der SGD gestern. Diese vier Vorhaben nennt man Anpassungsmaßnahmen. 2012 stehen noch Arbeiten im Landschaftsbau an, Ende 2012 soll der Polder fertig sein.
Verkehr zur Baustelle
500.000 Tonnen Erde und tausende Tonnen anderer Baumaterialien müssen zur Baustelle gebracht werden. „300.000 Kubikmeter Erde müssen antransportiert werden. Es ist klar, dass das nicht durch die Ortslagen gehen kann", sagt Koch. Zum einen soll das Material über einen Schiffanlegeplatz am Rhein angeliefert werden. Beton und Stahl, deren Anlieferung per Schiff nicht sinnvoll ist, wird von der B 9 über die Verbindungsstraße von Schwegenheim nach Mechtersheim (K 5/K 25) transportiert. Dafür wird die Kreisstraße 5 (von Schwegenheim zur Bahnbrücke, gehört zum Kreis Germersheim) um einen Meter verbreitert, sie wird dann sechs Meter breit sein. Die K 25 (von der Bahnbrücke nach Mechtersheim, Rhein-Pfalz-Kreis) ist bereits ausgebaut. Die Rampe vor der Brücke wird nicht verändert, aber sie soll repariert werden, sagt Koch.
Während der Bauarbeiten wird die Fahrt über die Bahnbrücke nur im Ein-Bahn-Verkehr möglich sein, eine Ampel wird aufgestellt. Damit möchte man auch verhindern, dass sich zwei Lastwagen auf der schmalen Brücke begegnen. Die K 5 soll von Oktober an verbreitert werden.
Der Zustand der K 5 und der K 25 sowie der Zustand weiterer Zufahrtsstraßen (vor allem: Natostraße) und Wege wird vor und nach den Bauarbeiten unter die Lupe genommen (Beweissicherung). „Im Zweifelsfall kommt eine komplett neue Decke drauf", sagt Koch bezüglich möglichen Schäden an der Kreisstraße 5/25. „Wir tragen auch das Risiko, dass wir die Brücke sanieren müssen." Für den Bau des Pumpwerks in den Rauhweiden läuft der Verkehr durch Römerberg. Die Maßnahme sei „von vergleichsweise geringem Bauvolumen und somit ist die zu erwartende Beeinträchtigung durch Baustellenverkehr vernachlässigbar", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von SGD, Gemeinde und VIR nach einem Treffen, bei dem die Frage des Baustellenverkehrs erörtert wurde.
Wie soll sichergestellt werden, dass die Laster nicht doch durch die Ortschaft fahren?
„Wir werden das in die Ausschreibung reinschreiben", sagt Wolfgang Koch. Der Weg über B 9 und K 5/K 25 müsse Kalkulationsgrundlage für die Baufirmen und deren Subunternehmer sein. Dies sei zwingend vorgeschrieben und Vertragsinhalt. „Wenn jemand das nicht einhält, gibt es möglicherweise Nachforderungen."
Beschilderung
Die Zufahrt zur Baustelle soll in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität, dem Rhein-Pfalz-Kreis und dem Kreis Germersheim weiträumig ausgeschildert werden. An den Ortseinfahrten sollen Durchfahrtsverbotsschilder für Lastwagen über 7,5 Tonnen aufgestellt werden. Das hatten VIR, Gemeinde und SGD mitgeteilt. Die Beschilderung geht demnach auf einen VIR-Vorschlag zurück.
Flurbereinigung
Auf einer Fläche von 537 Hektar findet eine Flurbereinigung statt, landwirtschaftlich genutzt werden davon 220 Hektar, sagt Georg Herion vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum. Für die Grundstückseigentümer findet im Herbst eine Informationsveranstaltung statt. „Dort werden sie noch einmal über Voraussetzungen und Ziele der Flurbereinigung informiert", kündigt Herion an. Themen, die noch besprochen werden müssen, sind auch die Beregnung oder der künftige Verlauf von Wirtschaftswegen. Die Flurbereinigung wird voraussichtlich 2013 beendet sein.
Radweg
Der Radverkehr wird in Abstimmung mit Gemeinde und Radfahrverbänden umgeleitet. „Der Radweg geht relativ knapp am Baustellenbereich vorbei", sagt Koch. Eine andere Baumaßnahme - die derzeitige Deichertüchtigung zwischen Mechtersheim und Lingenfeld - soll im September vollständig abgeschlossen sein.
Die Suche nach einem Kompromiss
Bei der Sitzung des Arbeitskreises haben SGD-Vize Neumann und Bürgermeister Scharfenberger den Polder-Kompromiss und die Arbeitshaltung der Beteiligten gelobt. „Es war ein langer und sicher schwieriger Prozess, den alle Teilnehmer zu durchlaufen hatten, aber der Prozess war äußerst erfolgreich", sagt Neumann.
Der Gemeinderat hatte sich in einer Resolution ursprünglich gegen einen zweiten Polder in Mechtersheim ausgesprochen, das Land wollte einen 216 Hektar großen Polder, der 5,6 Millionen Kubikmeter Wasser fassen kann. Nach 13 Moderationsrunden wurde im Mai 2008 ein Kompromiss präsentiert: Unter dem Heidelberger Moderator Andreas Ness hatten sich Vertreter von SGD, Gemeinde, Bürgerinitiative gegen den Polder um Siegfried Schega, Landwirte, Planer sowie Abgesandte von mit der Landespflege und Umweltthemen befassten Behörden getroffen, um eine für alle akzeptable Variante auszuloten.
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aktualisiert von Mathias Müller, 28.07.2010, 07:56 Uhr |
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